ERENIA VANEGAS, Mitarbeiterin von UDEFEGUA
CLAUDIA SAMAYOA, Koordinatorin von UDEFEGUA
LUISA PINEDA, Mitarbeiterin von UDEFEGUA
Drei Mitarbeiterinnen einer nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisation wurden jüngst Opfer einer Reihe von Angriffen, Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen. Die Organisation Unidad de Protección de Defensoras y Defensores de Derechos Humanos (UDEFEGUA) hat ihren Sitz in der Hauptstadt des Landes, Guatemala-Stadt. Die Leben der drei Frauen sind in Gefahr.
Am Morgen des 5. März 2010 brachen zwei unbekannte Männer in das Haus der UDEFEGUA-Mitarbeiterin Erenia Vanegas ein, als sie und ihre Familie nicht zu Hause waren. Aussagen aus der Nachbarschaft zufolge parkte ein schwarzes Auto mit getönten Scheiben vor dem Haus, aus dem zwei Männer ausstiegen und in das Haus einbrachen. Als Erenia Vanegas und ihre Familie nach Hause kamen, bemerkten sie, dass die Schränke einiger Zimmer sowie eine Schachtel mit Unterlagen durchsucht worden waren. Die Schlösser der Eingangstüren waren aufgebrochen und ein Fenster wurde eingeschlagen. Erenia Vanegas zufolge wurde nichts gestohlen, nicht einmal offen herumliegendes Bargeld. Sie zeigte den Einbruch bei der Polizei an.
Dieser Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von scheinbar gezielten Übergriffen auf MitarbeiterInnen der Organisation UDEFEGUA. Am 2. Februar bemerkte Claudia Samayoa, Koordinatorin von UDEFEGUA, dass die Motorhaube ihres Autos offen stand und sich jemand an der Batterie zu schaffen gemacht hatte. Als sie losfuhr, bemerkte sie, dass die Pedale mit Öl beschmiert worden waren, wodurch sie mit den Füßen abrutschte und für kurze Zeit die Kontrolle über den Wagen verlor. Bei Untersuchung der Pedale zeigte sich, dass es sich dabei nicht um normales Motorenöl handelte. Außerdem wurde an ihrem Auto kein Öl-Leck festgestellt. Claudia Samayoa ist der Überzeugung, dass ihr Auto sabotiert wurde mit dem Ziel, einen Unfall herbeizuführen. Sie hat dies der Polizei gemeldet.
Zwischen dem 30. April und dem 3. Mai 2009 erhielten Claudia Samayoa, Erenia Vanegas und eine dritte Mitarbeiterin von UDEFEGUA, Luisa Pineda, über 30 Drohnachrichten per SMS auf ihre Mobiltelefone. Diese Drohnachrichten sind bei der Polizei angezeigt worden. Es ist jedoch nicht bekannt, wer für diese Drohungen und für die jüngsten Vorfälle verantwortlich ist.
Die Organisation UDEFEGUA arbeitet mit gefährdeten MenschenrechtsverteidigerInnen zusammen und setzt sich für deren Schutz ein. MitarbeiterInnen von UDEFEGUA sind der Ansicht, dass die jüngsten Vorfälle ein Versuch sind, sie einzuschüchtern und zur Aufgabe ihrer Arbeit zu zwingen.
Die Regierung Guatemalas hat bis jetzt noch kein wirksames Schutzprogramm für gefährdete MenschenrechtsverteidigerInnen eingeführt oder umgesetzt. Anfang des Jahres 2008 legten zivilgesellschaftliche Organisationen und staatliche Behörden dem Innenminister einen Verordnungsentwurf dazu vor, der jedoch bis heute nicht bewilligt wurde.
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