MEXIKO
Valentina Rosendo Cantú und Inés Fernández Ortega
Valentina Rosendo Cantú und Inés Fernández Ortega, die der indigenen Gruppe der Tlapaneca angehören, sind vermutlich im Februar bzw. im März 2002 im mexikanischen Bundesstaat Guerrero von Soldaten vergewaltigt worden. Vier weitere indigene Frauen haben in den vergangenen zehn Jahren in Guerrero ebenfalls Strafanzeige gegen Angehörige der Streitkräfte wegen Vergewaltigung erstattet. In keinem dieser Fälle sind die Beschuldigten vor Gericht gestellt worden. An Stelle von umfassenden und unparteiischen Untersuchungen haben die Ermittler des Militärs vielmehr versucht, die mutmaßlichen Täter zu entlasten und die Opfer zu diskreditieren. Damit handelten sie internationalen Standards zuwider.
In allen genannten Fällen wurden schwere Verfahrensfehler der Ermittlungsbeamten bei der Aufnahme des Protokolls, der Inspektion des Tatorts und bei der Gegenüberstellung von mutmaßlichen Tätern und Opfern konstatiert. Außerdem wurden sowohl beim Zeugenschutz als auch bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung schwere Fehler gemeldet. Es gab keine übergeordnete Aufsicht über die Ermittlungsverfahren und somit auch keine Rechenschaftspflicht. Damit ist das Militärjustizwesen weder in der Lage, Gerechtigkeit walten zu lassen, noch konnte eine ausreichende medizinische Versorgung der beiden Frauen gewährleistet werden.
Die herrschende Straffreiheit für die Täter und die beschriebenen Diskriminierungen der Frauen haben einen starken Einfluss auf das Leben der indigenen Gemeinschaften in Guerrero. Durch die starke Militärpräsenz in der Region werden die Frauen an ihre Traumata erinnert und Angstzustände ausgelöst. Es ist davon auszugehen, dass weitere Frauen, die Opfer von Vergewaltigungen geworden sind, es vorziehen, keine Anzeige zu erstatten.
Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an den mexikanischen Staatspräsidenten, in denen Sie fordern, dass die Fälle von Valentina Rosendo Cantú und Inés Fernández Ortega von einem unabhängigen und unparteiischen Gremium umfassend untersucht werden und die mutmaßlichen Täter vor ein Zivilgericht gestellt werden. Fordern Sie die Regierung auf, die Militärgerichtsbarkeit einzuschränken und Gewalt gegen Frauen zu verhindern, indem ein transparentes Strafrechtssystem geschaffen und so der Straflosigkeit ein Ende bereitet wird. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Lic. Vicente Fox Quesada
Presidente de los Estados Unidos Mexicanos
Residencia Oficial de “Los Pinos”
Col. San Miguel Chapultepec
México D.F.
C.P. 11850
MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Presidente)
Telefax: (00 52) 55-5091 1113
E-Mail: webadmon@op.presidencia.gob.mx
Bitte schicken Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:
Kanzlei der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Telefax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@embamexale.de