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Auch Konzerne tragen Verantwortung

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Die Globalisierung bringt es mit sich: Weltweit nehmen transnationale Konzerne immer mehr Einfluss auf die Menschen und ihre Umwelt. Sie regeln das Arbeitsleben ihrer Angestellten, diktieren die Bedingungen örtlicher Zulieferer und beeinflussen die Standortpolitik. Häufig agieren die Unternehmer in Ländern, in denen gewerkschaftliche Rechte nicht beachtet und Oppositionelle verfolgt werden. Aber auch multinationale Unternehmen müssen dafür sorgen, dass die Menschenrechte überall zur Geltung kommen.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hebt hervor, dass alle Organe der Gesellschaft für die Achtung dieser Rechte verantwortlich sind. In erster Linie sind zwar die Staaten verpflichtet, diese Aufgabe zu übernehmen. Das entlässt die internationalen Unternehmen aber nicht aus ihrer Verantwortung. Sie müssen sicherstellen, dass sie keine Menschenrechte verletzen und nicht von Menschenrechtsvergehen profitieren. Dies gilt umso mehr für Staaten, in denen die Behörden nicht willens oder nicht in der Lage sind, die Achtung der Menschenrechte zu gewährleisten.

Doch häufig nutzen Unternehmen die schlechte Menschenrechtssituation aus. Beispielsweise in Kolumbien: Dort stehen transnationale Konzerne im Verdacht, mit paramilitärischen Gruppen zusammenzuarbeiten, um gegen Gewerkschafter vorzugehen.
Mittlerweile gibt es eine Reihe von freiwilligen Maßnahmen, denen sich Unternehmen anschließen können, um solche Verbrechen zu verhindern. Eines der wichtigsten Instrumente ist der "Global Compact", den der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan als Pakt mit der Wirtschaft ins Leben gerufen hat. Bisher haben sich bereits mehrere tausend Unternehmen verpflichtet, die zehn im Global Compact verbürgten Prinzipien einzuhalten. Im Juni 2011 verabschiedete der UN-Menschenrechtsrat zudem die "UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte" - und damit den ersten globalen (wenn auch unverbindlichen) Referenzrahmen in diesem Bereich.

Amnesty International hält solche Instrumente für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig hat die Freiwilligkeit aber ihre Grenzen. Amnesty setzt sich deshalb für verbindliche internationale Regeln ein. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Verantwortung nachkommen - entlang der gesamten Wertschöpfungskette und überall auf der Welt.


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