Sektion der Bundesrepublik Deutschland

AMNESTY INTERNATIONAL FORDERT SOFORTIGE AUKLÄRUNG DES TODES VON ENGIN CEBER NACH MISSHANDLUNG IN POLIZEIHAFT

TÜRKEI: TOD NACH FOLTER

13. Oktober 2008 - An den Folgen mutmaßlicher Folter durch Polizisten, Gefängniswärter und Gendarmerie ist ein Mann vergangenen Freitag in einem Istanbuler Krankenhaus gestorben. Der 29-jährige Engin Ceber war am 28. September bei Protesten verhaftet worden. Diese richteten sich gegen die anhaltende Straflosigkeit der türkischen Behörden im Fall von Ferhat Gerçek protestiert. Der 18-Jährige Ferhat Gerçek war am 7. Oktober 2007 von der Polizei angeschossen und schwer verletzt worden.
Amnesty International fordert eine sofortige, unabhängige und unparteiliche Untersuchung der Umstände des Todes von Engin Ceber. "Die Türkei hat ‚Null-Toleranz gegenüber Folter' verkündet - wann hält sie ihr Versprechen ein?", sagte die Amnesty-Türkeiexpertin Amke Dietert.
Ceber war zusammen mit Özgür Karakaya, 22, und dem 18-jährigen Cihan Gün verhaftet worden. Ein Anwalt der drei Männer berichtete Amnesty International gegenüber, dass die Männer gefoltert worden seien. Sie seien auf der Polizeiwache und im Gefängnis wiederholt mit hölzernen Knüppeln geschlagen worden, hätten sich ausziehen müssen und seien in Wasser untergetaucht worden. Außerdem hätten sie Schläge und Tritte am ganzen Körper erhalten, auch auf die Genitalien. Diese Misshandlungen hätten mehrere Tage angedauert. Aufgrund der schweren Verletzungen, die er dabei erlitt, wurde Engin Ceber am 7. Oktober 2008 ins staatliche Bayrampasa-Krankenhaus gebracht und von dort ins Sisli-Etfal-Krankenhaus überführt, wo er am 10. Oktober starb.
"Die Vorwürfe der Folter an Özgür Karakaya und Cihan Gün müssen sorgfältig und unabhängig untersucht werden; die Verantwortlichen gilt es zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Dietert. "Außerdem ist sicherzustellen, dass beide nicht weiter gefoltert oder misshandelt werden."