Am 27. Dezember 2008 begannen israelische Streitkräfte im Gazastreifen unter dem Codenamen "Operation Cast Lead" eine Militäroffensive beispiellosen Ausmaßes. Dabei wurden zahlreiche Zivilisten getötet, Häuser und anderes privates Eigentum zerstört. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt war die Anzahl der Zivilisten und anderer Personen, die von den israelischen Streitkräften und von palästinensischen bewaffneten Gruppierungen in Israel und in den besetzten Gebieten getötet wurden, dramatisch angestiegen, bevor im Juni eine Waffenruhe in Kraft trat.
Die Blockade des Gazastreifens zog eine noch nie dagewesene humanitäre Notlage nach sich und führte dazu, dass die 1,5 Mio. palästinensischen Einwohner des Gebiets praktisch interniert waren. Weiter verschlimmert wurde die Lage durch die Militäroffensive der israelischen Streitkräfte am 27. Dezember. Hunderten von schwer kranken Patienten wurde die Ausreise aus dem Gazastreifen verweigert. Zahlreiche Kranke starben. Hunderte von Studenten konnten ihr Studium an Universitäten im Ausland nicht aufnehmen, weil sie Gaza nicht verlassen durften. Der Großteil der Einwohner des Gazastreifens war auf internationale Hilfslieferungen angewiesen, doch die israelische Blockade machte es den UN-Organisationen schwer, die Bevölkerung mit Hilfsleistungen zu versorgen. Im Westjordanland war die Bewegungsfreiheit der Palästinenser massiv eingeschränkt.
Der Ausbau der illegalen israelischen Siedlungen auf beschlagnahmtem palästinensischem Boden stieg auf den höchsten Stand seit 2001. Israelische Soldaten und Siedler, die sich schwerer Vergehen gegen Palästinenser schuldig gemacht hatten, gingen in den meisten Fällen straflos aus. Die israelischen Streitkräfte nahmen Hunderte von Palästinensern fest. Es gab zahlreiche Berichte über Folterungen und Misshandlungen, doch wurden diese Vorwürfe nur sehr selten untersucht. Etwa 8000 Palästinenser befanden sich weiterhin in israelischen Gefängnissen, viele von ihnen nach unfairen Militärprozessen. (Stand: 31.12.2008)
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