Amtliche Bezeichnung: Republik Mosambik
Staatsoberhaupt: Armando Guebuza
Regierungschef: Aires Bonifacio Baptista Ali (löste Luisa Días Diogo im Januar im Amt ab)
Todesstrafe: für alle Straftaten abgeschafft
Einwohner: 23,4 Mio.
Lebenserwartung: 48,4 Jahre
Kindersterblichkeit (m/w): 162/144 pro 1000 Lebendgeburten
Alphabetisierungsrate: 54%
Die Polizei war für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich, dazu zählten außergerichtliche Hinrichtungen und willkürliche Festnahmen. Bei Protesten wurden 14 Menschen getötet und über 400 verletzt, weil die Polizei scharfe Munition einsetzte. Es gingen Berichte über Folter und andere Misshandlungen in Gefängnissen ein.
Präsident Armando Guebuza wurde im Januar 2010 für eine zweite Amtszeit vereidigt. Im gleichen Monat ernannte er Aires Bonifacio Baptista Ali zum neuen Ministerpräsidenten, der damit Luisa Días Diogo ablöste.
Mindestens zehn Menschen wurden im Berichtsjahr Opfer von Lynchmorden durch ihre Mitbürger. Zahlreiche weitere Personen wurden bei versuchten Lynchmorden schwer verletzt. Die meisten Vorfälle dieser Art ereigneten sich in der Provinz Sofala.
Es gab eine Reihe von Gefängnisausbrüchen. Im Januar 2010 flüchteten 51 Häftlinge aus einem Gefängnis in Nampula. Sieben von ihnen wurden wieder gefasst. Im März entkamen drei Häftlinge aus dem Hochsicherheitsgefängnis der mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Im Oktober gelang weiteren 17 Häftlingen die Flucht aus einem Gefängnis in Nampula. Im Zusammenhang mit dem Gefängnisausbruch in Maputo wurden sieben Aufseher festgenommen.
Hunderte von Migranten ohne regulären Aufenthaltsstatus wurden festgenommen, darunter auch Flüchtlinge. Die meisten von ihnen versuchten dem Vernehmen nach, auf inoffiziellem Wege nach Südafrika zu gelangen. Im Juni ertranken neun Menschen, als vor der Küste der Provinz Cabo Delgado ein Boot sank, auf dem sich zahlreiche Migranten ohne regulären Aufenthaltsstatus befanden. Mehr als 40 Personen wurden vermisst.
Die Regierung gab im Oktober bekannt, sie sei entschlossen, den Strafvollzug zu reformieren. Dabei wolle sie insbesondere der Überfüllung der Haftanstalten entgegentreten. Es begann eine Debatte über einen Gesetzentwurf, der Alternativen zu Gefängnisstrafen vorsieht.
Im Oktober wurde der Innenminister aus seinem Amt entlassen und zum Landwirtschaftsminister ernannt. Die Maßnahme erfolgte, nachdem die Polizei bei Protesten in den Provinzen Maputo und Manica scharfe Munition eingesetzt hatte, um Menschenmengen zu kontrollieren, und dabei 14 Menschen getötet hatte.
Im November ratifizierte Mosambik das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und das dazugehörige Fakultativprotokoll.
Angehörige der Polizei wurden wegen krimineller Handlungen verurteilt, dazu zählten Überfälle, Raub, Erpressung und Mord. Es gab einige Vorfälle, bei denen Polizisten von Straftatverdächtigen getötet oder schwer verletzt wurden. In manchen Fällen war dies offenbar auf Verbindungen zwischen Polizeibeamten und kriminellen Banden zurückzuführen.
Die Polizei ging 2010 bei Demonstrationen und bei der Festnahme von Straftatverdächtigen weiterhin mit unverhältnismäßiger Gewalt vor.
Außer den Massenverhaftungen nach den Protesten im September gab es weitere Berichte über willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen durch die Polizei.
Es gingen Berichte über die grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung von Gefangenen ein. Als die Justizministerin im April das Hochsicherheitsgefängnis von Maputo besuchte, berichteten mindestens sieben Häftlinge, dass sie von Gefängnisaufsehern geschlagen, getreten, ausgepeitscht und gefesselt worden seien. Ein Mann gab an, die Aufseher hätten Mithäftlingen erlaubt, ihn zu schlagen und sich dann daran beteiligt. Fünf der Häftlinge waren offenbar aus disziplinarischen Gründen misshandelt worden, weil sie Mobiltelefone besaßen. Ein weiterer wurde misshandelt, weil er zu spät in seine Zelle zurückgekommen war, während einer der Häftlinge nicht wusste, was der Grund für seine Misshandlung war. Der Gefängnisdirektor und mehrere Aufseher wurden vom Dienst suspendiert. Bis Ende 2010 lagen jedoch keine Informationen vor, dass gegen sie Strafverfahren eingeleitet worden wären.
Mozambique: Submission to the UN Universal Periodic Review, January 2011 (AFR 41/002/2010)