Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Briefe gegen das Vergessen

Hakan Yaman - Türkei

Hakan Yaman im November 2014: © Sarah EickHakan Yaman im November 2014: © Sarah Eick

Hakan Yaman wurde am 3. Juni 2013 in Istanbul von Polizisten brutal zusammengeschlagen und in ein Feuer geworfen. Er erlitt einen Schädelbruch, starke Verbrennungen und verlor ein Auge. Die Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen.

E-Mail schreiben an den türkischen Justizminister

Schreiben Sie dem türkischen Justizminister Bekir Bozdağ eine höflich formulierte E-Mail und fordern Sie ihn auf, sicherzustellen, dass die Verantwortlichen unverzüglich ausfindig gemacht und vor Gericht gestellt werden.

Betreff: An den Justizminister Bekir Bozdağ

Sehr geehrter Herr Justizminister,

am 3. Juni 2013 wurde Hakan Yaman auf dem Heimweg von seiner Arbeit brutal von Polizisten angegriffen und in ein Feuer geworfen. Er erlitt mehrere Knochenbrüche, einen Schädelbruch und Verbrennungen zweiten Grades. Ein Auge verlor er ganz, auf dem anderen hat er nur noch 20 Prozent Sehvermögen.
Die Untersuchungen zur Identifizierung der Polizisten, die für den brutalen Angriff auf Hakan Yaman verantwortlich waren, wurden noch immer nicht abgeschlossen und blieben bisher ergebnislos. In Verbindung mit den irreversiblen Verletzungen und der Traumatisierung, die Hakan Yaman davongetragen hat, stellt die drohende Straflosigkeit eine große Belastung für ihn dar und wirkt sich negativ auf seine langfristige Genesung aus.
Stellen Sie daher bitte sicher, dass die Täter unverzüglich ausfindig gemacht werden und vor Gericht gestellt werden. Sorgen Sie dafür, dass Hakan Yaman endlich Gerechtigkeit erfährt!

Mit freundlichen Grüßen

Weitere Informationen zum "Fall Hakan Yaman"

Am 3. Juni 2013 kam Hakan Yaman auf dem Heimweg von seiner Arbeit als Busfahrer am Gezi-Park vorbei, wo gerade eine Demonstration gegen Polizeigewalt stattfand. Eigenen Angaben zufolge wurde er nur wenige Augenblicke später brutal von Polizisten angegriffen:

"Erst wurde ich von einem Wasserwerfer getroffen. Dann traf mich ein Tränengaskanister am Bauch und ich fiel zu Boden. Etwa fünf Polizisten kamen auf mich zu und schlugen immer wieder auf meinen Kopf ein. Einer von ihnen drückte mir einen harten Gegenstand ins Auge und quetschte mir damit das Auge aus. Ich lag auf dem Boden, ohne mich zu bewegen. Ich hörte, wie einer von ihnen sagte: "Der ist fertig, wir sollten ihn endgültig erledigen". Dann schleiften sie mich zehn oder 20 Meter über den Boden und warfen mich in ein Feuer. Danach gingen sie, und ich schaffte es, mich aus den Flammen herauszurollen."

Ein Auge hat Hakan Yaman vollständig verloren und auf dem anderen verlor er 80 Prozent seines Sehvermögens. Zudem erlitt er einen Schädelbruch, weitere Knochenbrüche und Verbrennungen zweiten Grades. Auch drei Jahre nach dem brutalen Angriff auf Hakan Yaman sind die verantwortlichen Polizisten weder identifiziert noch vor Gericht gestellt worden.