Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Nariman Tamimi, Aktivistin aus Nabi Saleh: © Amnesty InternationalNariman Tamimi, Aktivistin aus Nabi Saleh: © Amnesty International

Briefe gegen das Vergessen

Israel und besetzte Palästinensische Gebiete - Bewohner_Innen des Dorfes Nabi Saleh

September 2014

Nabi Saleh ist ein kleines Dorf in den besetzten palästinensischen Gebieten, das etwa 20 Kilometer nordwestlich der Stadt Ramallah liegt. Die 550 Dorfbewohner_innen werden von der israelischen Armee routinemäßig gewaltsam unterdrückt.
Seit 2009 demonstrieren sie jede Woche friedlich gegen die militärische Besatzung durch Israel. Außerdem protestieren sie gegen die illegal errichtete israelische Siedlung Halamish, durch die sie fast ihr gesamtes Ackerland verloren haben. Trotz anderslautender gerichtlicher Anordnungen funktionierten die israelischen Siedler_innen die örtliche Wasserquelle zu einer Touristenattraktion um, zu der die Dorfbewohner_innen nun keinen Zugang mehr haben.
Die israelische Armee reagiert auf die friedlichen Proteste mit unverhältnismäßiger und unnötiger Gewalt. Sie schießt mit scharfer Munition, gummiummantelten Metallkugeln und Blendgranaten und geht mit Tränengas gegen die Dorfbewohner_innen vor. Bisher sind bei den Angriffen zwei Männer getötet worden: Mustafa und Rushdi Tamimi. Hunderte weitere Personen wurden verletzt, darunter auch viele Kinder.
Die durch Israel eingeleiteten militärischen Untersuchungen der Tötungen von Palästinenser_innen in den besetzten palästinensischen Gebieten erfolgen in der Regel weder unverzüglich noch sind sie unabhängig oder unparteiisch. Im Dezember 2013 schloss das israelische Militär die Untersuchung der Tötungen von Mustafa und Rushdi Tamimi ab, ohne dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden.
Darüber hinaus schüchtert die israelische Armee die Bewohner_innen von Nabi Saleh gezielt ein. So hat sie das gesamte Dorf zu einer geschlossenen militärischen Zone erklärt und führt nächtliche Razzien durch, bei denen Soldat_innen Häuser durchsuchen und sogar Kinder festnehmen.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den israelischen Verteidigungsminister und fordern Sie ihn auf, die Bewohner_innen von Nabi Saleh vor Drangsalierungen zu schützen und sicherzustellen, dass sie ihre Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrnehmen können.

Schreiben Sie in gutem Hebräisch, Englisch oder auf Deutsch an:
Moshe Ya'alon
Minister of Defence
Ministry of Defence
37 Kaplan Street, Hakirya
Tel Aviv 61909,
ISRAEL
(Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
E-Mail: minister@mod.gov.il; pniot@mod.gov.il; myaalon@knesset.gov.il
Fax: (00 972) 3 691 6940; (00 972) 3 696 275; (00 972) 3 696 2757; (00 972) 2 530 3367

(Standardbrief Luftpost bis 20 g: 0,75 €)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an:
Botschaft des Staates Israel
S. E. Herrn Yacov-David Hadas-Handelsman
Auguste-Viktoria-Straße 74-76, 14193 Berlin
Fax: 030 - 89 04 55 55
E-Mail: botschaft@israel.de