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"Unerwünscht" - Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte

Die drei Brüder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam: © Bloomsbury BerlinDie drei Brüder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam: © Bloomsbury Berlin

13. September 2012 - Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam kamen als Flüchtlinge aus dem Iran nach Deutschland, heute sind sie Stipendiaten an Eliteuniversitäten. In ihrem Buch "Unerwünscht" erzählen sie ihre Geschichte.

Die Brüder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam fliehen aus Teheran nach Deutschland, zusammen mit ihrer Mutter, die als feministische Aktivistin verfolgt wird. Die Ältesten sind zu diesem Zeitpunkt 12, der kleine Bruder 10 Jahre alt. Sie haben weder Geld noch Papiere und sprechen kein Wort Deutsch.

In Deutschland werden sie als erstes in ein Auffanglager in Münster gebracht, die nächsten Jahre verbringen sie in Gemeinschaftsunterkünften, Asylbewerberheimen und Baracken. Und immer begleitet sie die Angst vor der drohenden Abschiebung. Am Ende machen alle drei Brüder ein erstklassiges Abitur und werden Stipendiaten an Eliteuniversitäten. Die Medien überschlagen sich mit Artikeln über die "Vorzeigemigranten".

Diesem oft gezeichneten "Märchen", wie die drei Brüder es nennen, wollen sie etwas entgegensetzen. Denn was man darin nicht findet, ist der lange, oft qualvolle und durch Rückschläge gekennzeichnete Weg. In ihrem autobiografischen Buch beschreiben sie, wie hart sie kämpfen mussten um Akzeptanz und Erfolg. Wie ihr Asylantrag kurz nach Ihrer Ankunft in Deutschland abgelehnt wird und ihnen die Abschiebung in das Land droht, in dem sie politisch verfolgt werden. Und wie die räumlichen Umstände in Asylheimen, die Angst und die ständige Ungewissheit die Familie tagtäglich zermürben.

Hilfe erhalten sie nur von engagierten Mitbürgern, die sich dafür einsetzen, dass die Familie in Deutschland bleiben darf. Erst nach dem Selbstmordversuch der Mutter und der Änderung des Asylgesetzes bekommen sie 2005 nach neun Jahren die lang erhoffte Aufenthaltsgenehmigung.

Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie wichtig tolerante und helfende Mitmenschen für Flüchtlinge sind, wenn der Staat jede Hilfe verweigert. Es ist eine sehr persönliche Geschichte über Familienbande und Freundschaft und das Sich-Hocharbeiten in einem fremden Land. Der Leser erhält einerseits Einblicke in die iranische Politik und Kultur sowie die Gründe, die viele Iraner zur Flucht treiben, und andererseits in die Mechanismen des deutschen Asylverfahrens und die zähe Bürokratie.

Seit über 50 Jahren engagiert sich Amnesty International erfolgreich für den Schutz von Menschen, die aufgrund Ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache, ihrer Religion oder ihrer Überzeugung diskriminiert und verfolgt werden. Kein Flüchtling darf in sein Heimatland abgeschoben werden, wenn ihm dort Gefahr für Leib und Leben droht. Deshalb setzt sich Amnesty für faire Asylverfahren ein.