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Internationaler Tag der Verschwundenen

Wand in Pristina mit den Namen von "Verschwundenen" während des Kosovo-Krieges: © ARMEND NIMANI/AFP/Getty ImagesWand in Pristina mit den Namen von "Verschwundenen" während des Kosovo-Krieges: © ARMEND NIMANI/AFP/Getty Images

30. August 2012 - Die Vereinten Nationen haben den 30. August zum "Internationalen Tag der Verschwundenen" erklärt. Seit 1980 sind weltweit mehr als 50.000 Fälle bekannt, in denen Personen "verschwunden" sind. Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch weitaus höher sein.

Als "Verschwindenlassen" wird eine Form von staatlicher Gewalt bezeichnet, bei der eine Person häufig - durch Geheimdienste - festgenommen und in Haft gehalten wird, ohne dass diese Festnahme offiziell zugegeben und der Aufenthaltsort der Person bekanntgegeben wird.

Angehörige erhalten keinerlei Informationen über die Verschwundenen und werden über deren Schicksal im Ungewissen gelassen.

"Verschwindenlassen" ist meistens mit Folter verbunden, da die in die Verschleppung verwickelten Personen und Organe keinem Gericht und keiner Behörde Rechenschaft ablegen müssen. Für Familien und Freunde ist die schreckliche Ungewissheit besonders belastend: Was ist mit dem Ehemann, der Tochter oder dem Freund passiert?

Obwohl die "Uno-Konvention zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen" seit Dezember 2010 in Kraft ist, wird diese Art von Menschenrechtsverletzung auch noch heute weltweit praktiziert.

Die Täter bleiben meist straffrei.

Werden Sie aktiv! Beteiligen Sie sich an unseren Eilaktionen und setzen Sie sich für die Opfer des "Verschwindenlassens" ein.

Demokratische Republik Kongo: Diomi Ndongala
Der bekannte kongolesische Oppositionspolitiker Diomi Ndongala "verschwand" am 27. Juni in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo Kinshasa. Neuen Berichten zufolge hält ihn der kongolesische Geheimdienst ohne Kontakt zur Außenwelt in Kinshasa fest.

Angola: António Alves Kamulingue und Isaías Sebastião Cassule
Die Kriegsveteranen António Alves Kamulingue und Isaías Sebastião Cassule wurden am 27. bzw. 29. Mai in der angolanischen Hauptstadt Luanda entführt und sind seither "verschwunden". Die beiden waren an der Organisation einer für den 27. Mai geplanten Demonstration beteiligt. Kriegsveteranen und ehemalige Angehörige der Präsidentengarde wollten für die Auszahlung von Pensionen und Gehältern demonstrieren, die ihnen die Regierung noch schuldig ist.

China: Song Guangqiang
Song Guangqiang ist Mitarbeiter einer Menschenrechts-NGO in Peking und schon seit Mai inhaftiert. Die Behörden weigern sich seiner Familie mitzuteilen, wo sie ihn festhalten. Er ist in Foltergefahr.