Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Flüchtlinge aus Nordafrika: Ein Leben in der Warteschleife

22. März 2012 - "Viele Flüchtlinge landen in oft überfüllten Flüchtlinglagern in Nachbarstaaten ihres Herkunftslandes. Wenn sie in diesen Erstaufnahmeländern keine Perspektive haben und auch nicht in ihr Land zurückkehren können, schlägt der UNHCR als dritte permanente Lösung "Resettlement" vor.

Darunter wird die dauerhafte Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge in einem zur Aufnahme bereiten Drittstaat verstanden, der ihnen vollumfänglichen Flüchtlingsschutz gewährt und eine Integrationsperspektive eröffnet. So sind z.B. vor dem Krieg in Libyen viele Menschen nach Tunesien in das Flüchtlingscamp Choucha geflohen - unter ihnen Kranke, Traumatisierte, Frauen mit Kindern, unbegleitete Minderjährige. Tunesien kann diese Menschen nicht integrieren und in ihre Heimatländer wie z.B. Eritrea oder Somalia können sie nicht zurückkehren, weil ihnen dort Folter oder unmenschliche und erniedrigende Behandlung drohen.

Seit Jahren setzt Amnesty International sich für die Einführung eines Resettlement-Programms in Deutschland ein, im letzten Jahr insbesondere für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Nordafrika. Im Dezember 2011 haben nun die Innenminister der Bundesländer die Einführung eines dauerhaften Resettlement-Programms beschlossen. In Zusammenarbeit mit dem UNHCR sollen in den nächsten drei Jahren jeweils 300 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge dauerhaft in Deutschland angesiedelt werden. 200 Flüchtlinge werden im Jahr 2012 aus Choucha in Deutschland neuangesiedelt.

Amnesty International fordert, dass diese Personen bei uns einen Flüchtlingsstatus erhalten mit allen damit einhergehenden Rechten: Erleichterungen beim Familiennachzug, erleichterte Einbürgerung und die Erteilung eines Flüchtlingspasses."

Leben - bitte warten

Omar ist 17 Jahre alt und in einem Flüchtlingscamp gestrandet. Er hat jahrelang versucht, sich in Sicherheit zu bringen - erst vor dem Krieg in Somalia, dann vor dem Konflikt in Libyen. "Ein Leben in der Warteschleife" fängt die Hoffnungen und Ängste eines jungen Flüchtlings unter tausend anderen ein, der darauf wartet, sein Leben nochmal zu beginnen.