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Sacharow-Preis geht an Anwältin und Filmemacher aus dem Iran

Nasrin Sotoudeh und Ja'far Panahi: © Payvand.com / Centre Culturel PouyaNasrin Sotoudeh und Ja'far Panahi: © Payvand.com / Centre Culturel Pouya

26. Oktober 2012 - Der diesjährige "Sacharow-Preis für geistige Freiheit" des Europäischen Parlaments geht an die inhaftierte Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und den Filmemacher Ja'far Panahi. Das Parlament würdigt mit dem Preis seit 1988 Persönlichkeiten oder Organisationen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen.

Amnesty International gratuliert den beiden Preisträgern, für die sich die Organisation schon seit längerem einsetzt.

"Wir hoffen, dass die öffentliche Aufmerksamkeit, die durch die Preisverleihung und die Würdigung des Engagements von Sotoudeh und Panahi entsteht, auch von den iranischen Behörden registriert wird und sich die Situation der beiden dadurch verbessern wird", sagte Ruth Jüttner, Nahost-Expertin von Amnesty International.

Die deutsche Amnesty-Sektion fordert mit Online-Aktionen die Freilassung von Nasrin Sotoudeh und die Aufhebung der Haftstrafe gegen Ja'far Panahi.

"Je mehr Menschen sich an unseren Aktionen beteiligen, um so stärker wird der Druck auf die iranischen Behörden", sagte Ruth Jüttner.

Werden auch Sie aktiv und beteiligen Sie sich an den Online-Aktionen von Amnesty International!

Freiheit für Nasrin Sotoudeh!
Nasrin Sotoudeh (49) wurde am 9. Januar 2011 zu einer Haftstrafe von elf Jahren verurteilt. Gegen die Mutter zweier Kinder im Alter von zwölf und fünf Jahren wurde außerdem ein 20-jähriges Berufs- und Ausreiseverbot verhängt. In einem Berufungsverfahren wurde die Haftstrafe auf sechs Jahre und das Berufs- und Ausreiseverbot auf zehn Jahre reduziert.

Nasrin Sotoudeh hat mehrere im Iran bekannte Menschenrechtsverteidigerinnen - und -verteidiger und politische Aktivistinnen und Aktivisten vertreten, aber auch minderjährige Straftäterinnen und Straftäter in Todeszellen oder die iranische Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi.

Seit ihrer Festnahme am 4. September 2010 befindet sich Nasrin Sotoudeh im Evin-Gefängnis in Teheran, wo man sie lange Zeit in Einzelhaft hielt. Ihr Gesundheitszustand ist aufgrund der drei Hungerstreiks geschwächt, in die sie aus Protest gegen ihre Festnahme ohne Anklage oder Verfahren und gegen die Bedingungen im Gefängnis getreten war.

Am Morgen des 17. Oktober 2012 ist sie erneut in den Hungerstreik getreten. Sie protestiert damit gegen die Ablehnung ihrer wiederholten Bitte, ihre Familie ohne Trennwand sehen zu können.

Filmemacher unter Druck
Filmschaffende sind im Iran in den vergangenen Jahren verstärkt zur Zielscheibe von Unterdrückung und Repressalien geworden. Ihre Arbeit unterliegt einer strengen Zensur. Regisseure, deren Filme sich kritisch mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Iran auseinandersetzen, aber auch Schauspieler und andere Filmschaffende werden inhaftiert, vor Gericht gestellt und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Der international bekannte Regisseur Ja'far Panahi wurde im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seine Haftstrafe musste er bis jetzt nicht antreten. Zudem erhielt er ein Berufsverbot für die nächsten 20 Jahre.