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Ni Yulan - Schikaniert, Inhaftiert und gefoltert

Anwaltskollegen besuchen Ni Yulan (im Rollstuhl) und ihren Ehemann Dong Jiqin (ganz links): © PrivatAnwaltskollegen besuchen Ni Yulan (im Rollstuhl) und ihren Ehemann Dong Jiqin (ganz links): © Privat

11. Oktober 2012 - Ni Yulan setzt sich seit mehr als zehn Jahren für Opfer von Zwangsräumungen ein. Seither wurde sie unzählige Male schikaniert, misshandelt und gefoltert. Im Moment sitzt sie eine zweieinhalbjährige Haftstrafe ab.

Als Ni Yulan 2002 den Abriss eines Wohnhauses in Peking filmte, brachte man sie zu einer nahe gelegenen Polizeidienststelle, wo sie mehrere Tage lang gefoltert wurde. Dabei brach man ihr die Füße und die Kniescheiben. Seitdem muss sie im Rollstuhl sitzen. Als ihre Anwältin daraufhin versuchte, wegen der Schläge bei den Behörden Beschwerde einzulegen, wurde sie verhaftet und wegen "Behinderung öffentlicher Angelegenheiten" zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Sie verlor dadurch ihre Anwaltslizenz. Dong Jiqin, dem Ehemann von Ni Yulan, war der Zutritt zu der Verhandlung untersagt worden.

Nach der Haftentlassung setzte sich Ni Yulan weiter für die Rechte derjenigen ein, deren Wohnhäuser im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking 2008 abgerissen werden sollten. Kurz vor den Olympischen Spielen nahm man Ni Yulan erneut fest. Sie kam für zwei Jahre ins Gefängnis, da sie versucht hatte, den Abriss ihres eigenen Hauses zu verhindern. In Haft war sie wieder Folter und Misshandlungen ausgesetzt.
Man versagte ihr außerdem eine angemessene medizinische Versorgung.

Nach der Freilassung im April 2010 waren Ni Yulan und ihr Ehemann obdachlos. Sie lebten in einem Hotel, bis die Polizei sie auf die Straße drängte und es ihnen unmöglich machte, eine Wohnung zu mieten oder sogar bei Freunden unterzukommen.

Zwischenzeitlich lebten sie in einem Park. Nachdem dutzende Menschen als Unterstützung für das Paar demonstrierten, brachte die Polizei sie in das Gästehaus Yuxinggong in Peking, wo sie aber weiteren Schikanen ausgesetzt waren, über die Ni Yulan immer wieder auf ihrem Mikroblog berichtete.

Am 7. April 2011 wurden Ni Yulan und ihr Ehemann erneut verhaftet und ohne Anklage 40 Tage inhaftiert. In einem unfairen Verfahren wurden sie zu zweieinhalb bzw. zwei Jahren Haft verurteilt. Sie sind gewaltlose politische Gefangene und müssen sofort freigelassen werden.