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Pussy Riot: Chance verpasst, Unrechtsurteil zu revidieren

Pussy Riot-Mitglied Jekatarina Samuzewitsch: © Denis BochkarevPussy Riot-Mitglied Jekatarina Samuzewitsch: © Denis Bochkarev

10. Oktober 2012 - "Mit der heutigen Entscheidung zwei der drei Mitglieder der Punk-Band Pussy Riot ins Straflager zu schicken, hat die russische Justiz die Chance verpasst, ein Unrechtsurteil zu revidieren", sagt Peter Franck, Russlandexperte von Amnesty International.

"Die Musikerinnen wurden zu Unrecht wegen ‚Rowdytums' zu einer Freiheitsstrafe verurteilt und müssen sofort freigelassen werden." Amnesty International begrüßt zwar, dass die Haftstrafe von Jekatarina Samuzewitsch in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wurde, aber: "Das Urteil des Berufungsgerichts stellt auch im Falle Samuzewitsch nicht klar, dass die Verhängung der Freiheitsstrafe Unrecht war. Das angebliche Rowdytum, welches das Gericht den drei Frauen vorwirft, liegt auch nach russischem Recht nicht vor", so Franck.

Ein Moskauer Gericht hat heute die Berufung von Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina abgelehnt. Lediglich Jekatarina Samuzewitsch kommt auf freien Fuß. Sie waren am 17. August zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden, weil sie im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein "Punkgebet" - einen Protestsong gegen Präsident Putin - aufgeführt hatten.

"Amnesty International wird sich weiterhin für die Freilassung der beiden Inhaftierten einsetzen", so Franck. "Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina sind gewaltlose politische Gefangene."