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Troy Davis: "Dieser Kampf endet nicht mit mir.": © Georgia Department of CorrectionsTroy Davis: "Dieser Kampf endet nicht mit mir.": © Georgia Department of Corrections

Davis' Worte sind Ansporn weiter gegen die Todesstrafe zu kämpfen

Hinrichtung von Troy Davis zeigt Versagen der US-Justiz

22. September 2011 - Troy Davis wurde am 21. September 2011 im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet, trotz Zweifeln an seiner Schuld und trotz weltweiter Proteste.

"Wir sind traurig und wütend über die Hinrichtung von Troy Davis", erklärt der USA-Experte der deutschen Amnesty-Sektion, Sumit Bhattacharyya. "Die Todesstrafe ist immer unmenschlich. Aber dieser Fall zeigt das Versagen eines Justizsystems, das seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.

In der ersten Entscheidung des Begnadigungsausschusses hieß es, Troy Davis solle nur hingerichtet werden, wenn es ‚keinen vernünftigen Zweifel' an seiner Schuld gibt. Jetzt ist er mit der Giftspritze getötet worden, obwohl es große und gut begründete Zweifel an seiner Schuld gab."

Weltweit hatten in den letzten Tagen fast eine Millionen Menschen Appelle gegen die Hinrichtung von Troy Davis unterzeichnet. Troy Davis selbst rief vor seiner Hinrichtung dazu auf, den Einsatz gegen die Todesstrafe weiterzuführen: "Dieser Kampf endet nicht mit mir." "Heute trauern wir um Troy Davis", sagt Bhattacharyya. "Aber sein Fall und seine Worte sind uns auch Ansporn, weiter gegen die Todesstrafe zu kämpfen."

Zum Hintergrund:

Troy Davis wurde 1991 des Mordes an einem Polizisten aus Savannah im Jahr 1989 für schuldig befunden. Der Fall beruhte auf Aussagen von Augenzeugen. Seit dem Gerichtsverfahren haben sieben der neun Hauptbelastungszeugen ihre Aussagen geändert oder zurückgezogen. Einige gaben an, seinerzeit von der Polizei unter Druck gesetzt worden zu sein. Seit Troy Davis im Todestrakt sitzt, wurden über 90 zum Tode verurteilte Gefangene entlassen, da sie unschuldig waren. In jedem dieser Fälle waren die Angeklagten vor Gericht zunächst schuldig gesprochen worden. In den vergangenen vier Jahren haben die drei US-Bundesstaaten - New Jersey, New Mexico und Illinois - die Todesstrafe abgeschafft.

Amnesty International kämpft gegen die Todesstrafe - weltweit

Die Todesstrafe ist keine angemessene Antwort auf Mord und Kriminalität. Wo sich der Staat zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, nimmt nicht Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern Rache und Vergeltung.

Die Botschaft von Amnesty International lautet deshalb unmissverständlich: Staaten können nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen und vollstrecken.

Aus diesem Grund setzt sich Amnesty International seit über 30 Jahren gegen diese Strafe ein. Und dies mit zunehmendem Erfolg: Immer mehr Staaten schaffen diese Strafe ab. Dennoch bleibt noch viel zu tun, Jahr für Jahr werden tausende Menschen hingerichtet.

Helfen auch Sie mit, drohende Hinrichtungen zu verhindern und Todesurteile umzuwandeln - beteiligen Sie sich an unseren Aktionen! Viele Informationen und Aktionsvorschläge finden Sie auf der Webseite der ehrenamtlichen Amnesty-Koordinationsgruppe gegen die Todesstrafe: