Zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe am 10.10. ruft Amnesty International gemeinsam mit der Weltkoalition gegen die Todesstrafe zu weltweiten Aktionen für die Abschaffung der Todesstrafe in Asien auf.
Inzwischen haben mehr als zwei Drittel aller Staaten die Todesstrafe per Gesetz oder zumindest in der Praxis abgeschafft. In Asien ist die Todesstrafe jedoch nach wie vor sehr verbreitet. Zwar haben die Vereinten Nationen die Staaten der Welt in einer wegweisenden Entscheidung im vergangenen Jahr zu einem sofortigen weltweiten Hinrichtungsstopp aufgerufen - jetzt geht es aber darum, den Hinrichtungsstopp auch wirksam umzusetzen.
Neben China ist die Situation in Japan besonders alarmierend: 2008 wurden bereits 15 Menschen exekutiert, im Jahr 2007 haben japanische Richter 23 Mal das Todesurteil ausgesprochen. Das Land gehört zu den wenigen Industrieländern, in denen die Todesstrafe immer noch verhängt und auch vollstreckt wird. Über 100 Häftlinge sitzen heute in den Todestrakten japanischer Gefängnisse. Oft erfahren die Gefangenen von ihrer Hinrichtung erst wenige Stunden vor der Vollstreckung.
Der erst seit dem 25. September 2008 amtierende Justizminister Mori Eisuke bestätigte in nur einem Monat Amtszeit bereits zwei Todesurteile: Michitoshi Kuma und Masahiro Takashio wurden am 28. Oktober 2008 hingerichtet.
Amnesty International lehnt die Todesstrafe uneingeschränkt ab und setzt sich für ihre weltweite Abschaffung ein. Wenn Amnesty davon erfährt, dass ein Mensch hingerichtet werden soll, setzt die Organisation ihr weltweites Aktionsnetzwerk in Gang: In Briefen und E-Mails fordern Amnesty-Unterstützer die politisch Verantwortlichen auf, Hinrichtungen zu stoppen und Todesurteile in Haftstrafen umzuwandeln.
Auch Sie können mit Ihrer Unterschrift, einem Brief oder einer E-Mail mehr erreichen als Sie denken!
Für HAKAMADA IWAO: Er ist 1968 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Bis heute gibt es fast keine Indizien dafür, dass er den Mord an dem Geschäftsführer ein Fabrik, dessen Frau und zwei Kindern begangen hat. Nach seiner Festnahme hat die Polizei Iwao über 20 Tage lang ohne Anwalt verhört. In dieser Zeit legte er ein Geständnis ab. Später zog Iwao das Geständnis zurück und gab an, er sei während der Verhöre schwer misshandelt und zum Unterschreiben des Geständnisses gezwungen worden. Heute ist Hakamada Iwao 72 Jahre alt und psychisch erkrankt. Seit 40 Jahren sitzt er in der Todeszelle, davon 28 Jahre in Einzelhaft.
Er könnte jederzeit hingerichtet werden.
Schreiben Sie einen Brief an den japanischen Botschafter in Deutschland, fordern Sie ihn auf
Hier finden Sie den Brief im pdf-Format zum Download. Es geht ganz einfach: Brief ausdrucken, unterschreiben und abschicken.
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